OBERSTUFE

Dezember 2007

Genomix - Ein Praktikum des Leistungskurses Biologie 13


Am 3.12.2007 durfte unser Biologie Leistungskurs teilnehmen an einer in unseren Augen ganz besonderen Veranstaltung: Die Genomix. Die Möglichkeit, Einblicke in echte Laborarbeiten mit echten DNA-Materialien zu bekommen, war für uns sehr aufregend und erlaubte uns, den Aufgabenbereich von Biologen näher kennenzulernen. An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal recht herzlich bei allen Verantwortlichen dieses Projektes bedanken, die uns diesen schönen Tag ermöglicht haben und Ihnen nun einen persönlichen Eindruck über unsere Erlebnisse während unseres Tages im Industriepark Höchst geben. Unser Tag begann um 8:30 Uhr im Haus der Provadis in der Nähe des Industrieparks Höchst. Ein Mitarbeiter von Sanofi-Aventis stellte uns unseren Tagesablauf vor und gab uns einige Information bezüglich Sanofi-Aventis im Industriepark. So beschäftigt die Firma derzeit ca. 100 000 Mitarbeiter davon 1900 in Frankfurt, wobei sich das Unternehmen insgesamt sieben Schwerpunkte in der Forschung gesteckt hat. Außerdem wurde uns der Unterschied zwischen der Roten Gentechnik (also der Gentechnik mit tierischer bzw. menschlicher DNA) und der Grünen Gentechnik (Gentechnik mit Genmaterialen von Pflanzen) erläutert.

Danach wurden wir unseren Aufsichtspersonen vorgestellt. Zusammen mit ihnen und einer anderen Klasse gingen wir nun in ein Chemielabor des Provadishauses. Hier erhielten wir eine Einweisung über den Arbeitsschutz im Labor. So befinden sich im Labor einige gefährliche Substanzen, wie etwa Salzsäure, vor denen man sich im Ernstfall mit Kittel und Schutzbrille schützen muss. Außerdem ist es notwendig, Handschuhe zu tragen, um das zu testende DNA-Material nicht mit der eigenen DNA zu kontaminieren. Essen und Trinken ist im Labor untersagt. „Durch die Nähe des Industrieparks ist es ebenfalls wichtig, die zwei verschiedenen Alarmtypen unterscheiden zu können: Gas- bzw. Feueralarm.“ Ein kontinuierlicher Ton signalisiert einen Gasalarm (in der Hauptsache handelt es sich hierbei um das im Industriepark häufig genutzte Chlorgas). In diesem Fall müssten unverzüglich alle Fenster geschlossen werden und ein höheres Stockwerk hätte aufgesucht werden müssen, um dem im Vergleich zu Sauerstoff weniger dichten Chlorgas zu entgehen. Bei einem Feueralarm bzw. Räumungsalarm hätte das Gebäude verlassen werden müssen. Deshalb war es auch immer erforderlich, sich in der Gruppe zu bewegen, damit im Fall der Fälle keine Person vermisst wird.
Nach den Sicherheitseinweisungen bekamen wir unseren Arbeitsauftrag: Aus fünf verschiedenen DNA-Proben eine Übereinstimmung mit einer Vergleichsstandard-DNA-Probe zu erhalten. Eine Art von Vaterschafts- bzw. genereller ausgedrückt, eine Verwandtschaftsidentifizierung. Die DNA stammte in unserem Fall von Escherichia Coli. Bevor wir uns ans Werk machen konnten, mussten wir noch eine Grundfertigkeit des Biologen erlernen: Das Pipettieren mit einer Kolbenhubpipette. Diese spezielle Pipette lässt sich auf den µL genau einstellen und ist daher unabdingbar für unseren Versuch mit nur wenig verfügbarem DNA-Material. Nach ein paar Probedurchgängen mit Wasser klappte das Pipettieren schon ganz gut.

Nun wurde es ernst. Zunächst einmal sollte in jeder der sechs Röhrchen (eins für den Vergleichsstandard, also die zu untersuchende DNA sowie fünf weiter Röhrchen für die zu testenden Proben) jeweils 10µL Wasser pipettiert werden. Es handelte sich hierbei um gereinigtes Wasser und diente als Trägerbasis. Des Weiteren wurde in jedes Röhrchen 2µL der entsprechenden DNA, ein Restriktionspuffer (2µL) und der Enzym-Mix EcoR I/ Pst I (ebenfalls 2µL) pipettiert. Wichtig war es für jede einzelne „Zutat“ eine neue Pipettenspitze zu benutzen, um das Vermischen der einzelnen Proben zu verhindern. Um die Bestandteile zu mischen und um sie auf den Boden der Röhrchen zu bringen, wurden die Röhrchen nun für ca. 2 Sekunden in eine Zentrifuge gegeben. In einem Thermomixer hatten die Enzyme dann bei 37°C 45 Minuten Zeit zu wirken. Während dieser Zeit machten wir eine Werksrundfahrt durch den Industriepark. Wieder im Labor setzten wir den einzelnen Lösungen einen sogenannten Loading Dye zu (3µL). Er hatte die Aufgabe die enzymatische Reaktion zu stoppen. Zusätzlich macht er die Proben schwerer, was es einfacher macht, sie später in die Gelkammern des Agarosegels zu pipettieren. Außerdem dient er als Farbstoff, mit dessen Hilfe man erkennen kann, ob man die Geltaschen genau getroffen hat. Die nächste Aufgabe bestand nun also darin, die einzelnen Proben in die Kammern eines Agarosegels zu geben. Mit einer Art Kamm wurden im Voraus Aussparungen im Gel erzeugt. Das Gelkissen lag bereits in der sogenannten Elektrophoresekammer. Erst diese Kammer ermöglicht durch einen kontinuierlichen Strom die Trennung der unterschiedlich langen DNA-Fragmente. Nach dem Befüllen der einzelnen Gelkammern, benötigt die Elektrophorese ca. 45 Minuten bei 120 Volt, um messbare Ergebnisse zu erhalten. Während dieser Zeit hatten wir unsere Mittagspause. Nach der Elektrophorese wurde das Gel noch mit einer speziellen Substanz behandelt, die die einzelnen Banden unter UV-Licht sichtbar machen. Allerdings musste dieser Arbeitsschritt von Angestellten des Labors erledigt werden, da diese Substanz krebserregend ist. Nun erst konnten wir unser Werk unter UV-Licht begutachten.

Marvin Schwob


Freie Christliche Schule Frankfurt am Main

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