OBERSTUFE

2. Februar 2006

Präsentationstag der Oberstufe


Ein Novum in der Geschichte der FCSF: Am Nachmittag des 2. Februar waren alle Schüler der Jahrgangsstufen 12 und 13 aufgerufen, vor Mitschülern und Lehrern der FCSF eine etwa 15minütige Präsentation zu zeigen. – Unter einer Präsentation versteht man einen durch Medien wie Folien, Tischvorlagen, Flipcharts, Dias, Karten, Softwareprogramme (z. B. Power- Point) oder die gute alte Wandtafel unterstützten Vortrag. Präsentationen werden dem Schüler nicht nur abverlangt, weil sie mittels aktueller Lehrpläne eingefordert werden (Stichworte Medien-, Methodenkompetenz); sie sind inzwischen auch aus der Studien-, Arbeits- und Berufswelt nicht mehr wegzudenken. An unserer Schule werden Schüler der Sekundarstufe I bereits seit geraumer Zeit im Fach „Präsentationstechniken“ unterrichtet. Außerhalb dieses Faches gehören Präsentationen mittlerweile zum festen Bestandteil des Unterrichts sowohl in der Sekundarstufe I als auch in der Oberstufe.

Da die SII-Schüler seit dem letzten Schuljahr außerdem im zweiten „mündlichen“ Fach des Abiturs zwischen einer mündlichen Prüfung und einer Präsentation wählen dürfen, lag es nahe, ihnen ein Forum zu bieten, welches ihnen erlaubt, eigene Fähigkeiten, Fertigkeiten und Stärken auf dem „Aktionsfeld“ Präsentation „publikumswirksam“ zu demonstrieren und im Rahmen einer Prüfungssituation zu erproben bzw. zu üben.

Im Vorfeld hatten die Schüler (anders als im Abitur) die Möglichkeit, mehrere Themen und Fächer vorzuschlagen. Jeweils eines der vorgeschlagenen Themen wurde von einer Fachkommission ausgewählt und vom zuständigen Fachlehrer präzisiert. So war es möglich, eine große Bandbreite an Themen und Fächern zu gewährleisten: Im Fach Deutsch etwa ging es um „Die Sinnkrise der Moderne in der Literatur des Expressionismus (unter Berücksichtigung der darstellenden Kunst)“, im Fach Französisch um „La philosophie de l´amitié dans la vie et dans l`oevre d`Antoine de St. Exupery“, im Fach Kunst um „Plakatkunst des Jugendstil“, im Fach Geschichte um „Das Unternehmen Barbarossa und die Wende des zweiten Weltkrieges“, im Fach Politik und Wirtschaft um „China – Wirtschaftsgigant und/oder Entwicklungsland!?“, im Fach Religion um „Die Gerechtigkeit Gottes und das Leiden in der Welt – eine theologische Diskussion“, im Fach Biologie um die „Schnelle Gen-Diagnose: Funktionsweise und ausgewählte Anwendungen von DNA-Chips“, im Fach Chemie um „Seifen und ihre Waschwirkung ...“, im Fach Physik um „Kippschaltungen: Die Funktionsweise von bistabiler, monostabiler und astabiler Kippstufe und ihre Aufgaben im Mikroprozessor“ und im Fach Sport um „Koordination und Training koordinativer Fähigkeiten zur Optimierung des Sprungwurfs im Handball“.

Ähnlich wie im Abitur hatte jeder Schüler dem zuständigen Fachlehrer etwa eine Woche vor Durchführung der Präsentation eine Dokumentation vorzulegen, aus der hervorgehen sollte, welche Quellen der Schüler benutzt, welche Medien er eingeplant hatte und wie er inhaltlich vorzugehen gedachte. Um die Fülle der Präsentationen zu bewältigen, wurde zeitgleich in sechs Klassenräumen geprüft. Jede Präsentation wurde vom jeweils zuständigen Fachlehrer bzw. Prüfer protokolliert und (in Absprache mit anderen Kollegen) bewertet – ausschlaggebend waren hier sowohl die Fachkompetenz (Problembeschreibung, Reflexionsfähigkeit ...) als auch die Medienkompetenz (Medienwahl, Ablauf der Präsentation ...) und die Kommunikationskompetenz (rhetorische Qualitäten, Körpersprache ...). Das Bewertungsergebnis schließlich wurde den Schülern erläutert und in angemessenem Umfang in die Halbjahresendnote einbezogen. Die Schüler waren fast ausnahmslos gut oder sehr gut vorbereitet, trugen ihr Thema mit großem Engagement und beachtlicher Sachkenntnis vor und boten Präsentationen (größtenteils mit Hilfe des Programms PowerPoint) auf einem erstaunlich hohen Niveau, was sich schließlich in überwiegend zweistelligen Notenpunkten niederschlug – und zur Folge hatte, dass gut drei viertel aller Abiturienten im diesjährigen Abitur anstelle der obligatorischen mündlichen Prüfung im fünften Abiturprüfungsfach die Präsentation wählten.

Während die Schüler der Jahrgangsstufe 11 diesmal nur zuschauen und zuhören durften, werden im Rahmen des nächsten Präsentationstages (zu einem vermutlich früheren Termin) sämtliche Schüler der Oberstufe eine Präsentation zu absolvieren haben, wobei das Aufgabenfeld von Jahr zu Jahr wechselt (AF I: Srachen/Musik/ Kunst, AF II: Gesellschaftswissenschaftliche Fächer, AF III Mathematik/Naturwissenschaften). Geplant ist zudem, dass auch Schüler der Jahrgangsstufe 10 die Möglichkeit erhalten sollen, als Zuhörer einer Präsentation beizuwohnen, um auf diese Weise von den Darbietungen der älteren Mitschüler profitieren zu können. An unserer Schule ist es eine schöne Tradition, dass man anlässlich derartiger „Großereignisse“ nicht nur intellektuelle Glanzleistungen bestaunen darf/kann und der Geist gefordert bzw. strapaziert wird, sondern Eltern der betroffenen Klassen für das leibliche Wohl sorgen und ein üppiges Büfett bereitstellen. Allen beteiligten Eltern (und Mitschülern) sei an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich für die ausgezeichnete und fürsorgliche Bewirtung gedankt! Darüber hinaus auch allen Schülern, die Präsentationen vorgetragen haben, ein großes Kompliment für das Engagement und die ansprechenden Leistungen!

Fazit: Der Präsentationstag des Schuljahres 2005/2006 ist von (fast) allen Schülern und allen Lehrern als wertvoll und bereichernd erlebt worden. Er offenbarte ein beachtliches Kenntnis- und Fertigkeitsniveau unserer Oberstufenschüler, macht Mut und weckt Vorfreude auf den Präsentationstag des kommenden Schuljahres.

DIETMAR BONAKER, STUDIENLEITER


Freie Christliche Schule Frankfurt am Main

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