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Im Rahmen des Religionsunterrichts beschäftigte sich die 8G (jetzt 9G) mit der Rede
Jesu, die in Matthäus 24 steht. Jesus predigte provokant. Er erklärte: „Wenn ihr euch um
einen Hungrigen oder um einen, der keine Kleider hat, kümmert, dann kümmert ihr euch
um mich.“
Außerdem lasen wir, dass die erste Gemeinde sehr praktisch ihren Armen half (Apg. 6).
Bei beiden Begebenheiten ist nicht die Theorie gefragt, sondern praktisches Handeln.
Diese Dimension sollte auch der Religionsunterricht bekommen. Jede Schülerin, jeder
Schüler suchte sich eine Person, der sie bzw. er hilfreich zur Seite stehen könnte. Die
Schülerinnen und Schüler besuchten die betreffende Person sechs Wochen lang, einmal
pro Woche für 60 bis 90 Minuten.
Welche Erfahrungen die Neuntklässler gemacht haben, ist in den kurzen Berichten zu
lesen.
Jonathan Schneider:
Ich besuchte eine 87-jährige Dame im
Altersheim und es war eine gute Zeit. Sie
freute sich immer riesig, wenn ich kam, war
aber immer sehr geschafft, wenn ich ging.
Meistens kaufte ich ihr etwas am Kiosk und
dann spielten wir Mensch-Ärgere-Dich-
Nicht. Sie gewann immer. Sie war sehr
glücklich und für mich war es auch eine gute
Erfahrung, besonders wenn sie aus dem Krieg
erzählte. Zum Schluss noch ein Gruß an die
jetzigen 8. Klassen: Es hört sich schlimmer
an, als es ist!
Samuel Graf:
Ich habe mich bei meinem
Diakonieprojekt um einen
Grundschüler aus meinem
Stadtteil gekümmert. Er
hat nur noch seine Mutter,
bzw. sein Vater wohnt
weiter weg. Die Mutter ist, glaube ich, sehr dankbar, dass ich ihrem Jungen helfe. Ich spielte mit ihm Schach
und übte Klavier. Einmal zeigte er mir sein Physik-Lernprogramm und wir übten
Deutsch. Ein anderes Mal schauten wir Duck Tales und so hatten wir eigentlich
eine schöne Zeit.
Laura Braun:
Ich hatte viel Spaß bei der Dame, die
ich betreut habe. Sie hat mir tolle,
spannende Geschichten aus ihrem
Leben erzählt. Wir waren oft spazieren
und haben viel gelacht. Eine kleines
Problem war nur, dass sie leider oft
vergessen hat, dass ich sie besuchen
wollte und ich deshalb einmal eine
Stunde auf sie warten musste. Aber
insgesamt war es eine tolle Erfahrung. Jedes Lächeln dieser Dame hat mich sehr
glücklich gemacht und mir den Sinn dieses Projektes erklärt.
Leonie Tschech:
Ich habe eine etwas ältere Frau jede
Woche einmal eine Stunde besucht. In
dieser Zeit habe ich der Frau körperlich
schwere Arbeit abgenommen, wie
z.B. in den Ecken putzen, tief liegende
Schubladen auswischen und unter den
Tischen und Sofas zu saugen. Die Frau,
die ich regelmäßig besucht habe, war vor einiger Zeit gestürzt und hat seitdem
Probleme mit der Wirbelsäule und den Handgelenken. Sie war mir sehr dankbar
für meine Hilfe, was sie mir immer wieder gesagt hat. Allerdings wusste die ältere
Dame auch genau, was sie wollte. Sie stand immer neben mir und hat mir genaueste
Anweisungen gegeben. Wenn wir, nachdem ich die Haushaltsaufgaben erledigt
hatte, noch Zeit hatten, hat sie mir aus dem Krieg und von ihrer Ausbildung
erzählt. Das war interessant und das werde ich nie vergessen. Das Projekt hat
mich wieder daran erinnert, dass wir Anderen helfen sollen und können. Für GOTT!
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