AUSFLÜGE

September 2007

Konstantin und die Folgen


Konstantin der Große - er regierte zwischen 306 und 337 nach Chr. - war der bedeutendste Kaiser der Spätantike. Er beendete die Christenverfolgung durch sein Toleranzedikt, baute Konstantinopel zur neuen Hauptstadt des römischen Reiches aus und versuchte durch zahlreiche Reformen den riesigen Staat aus der Krise zu führen. Um seine eigene Macht zu sichern, schreckte er allerdings selbst davor nicht zurück, seine eigene Familie zu dezimieren. Im letzten Jahr wurde diesem Mann in der Stadt Deutschlands eine Ausstellung gewidmet, die noch heute viele Spuren seines Wirkens zeigt. An vier Orten bot Trier, die älteste Stadt Deutschlands, zu verschiedenen Themen einen Überblick über Leben und Wirken des Kaisers, wie er bisher in dieser Fülle noch nie zu sehen war. Ein Glücksfall für den Historiker und interessierten Laien, ein Pech für den weniger interessierten Schüler.

Am Dienstag, den 25.9.2007 nämlich zog eine Karawane von vier germanischen Schulklassen mittels zweier Reisebusse von Fechenheim nach Rheinland–Pfalz, um an Wissen und Bildung zuzunehmen. Die 9G, die 10Ga sowie die 12. und die 13. Jahrgangsstufe waren dazu auserkoren, sich mit den Themen „Konstantin und die Christen“ und „Konstantin als Herrscher“ zu befassen. Wer sich für spätantike Särge, Gedenktafeln und Sarkophage interessierte, kam voll auf seine Kosten. (Wer diesem Hobby nicht frönt, eher weniger.) Bemerkenswert war vor allem, wie schnell sich die römische Gesellschaft dem christlichen Trend anpasste und die heidnischen Symbole durch christliche ersetzte. Eine Nachahmung der Kolossalstatue des Kaisers bot ebenfalls einen guten Einblick in die ungebremste Herrschsucht Konstantins, der zwar das neue Zeitalter eines „christlichen Abendlandes“ einläutete, dessen Beurteilung und Wirkungsgeschichte aber durchaus umstritten bleibt.

Michael Hempelmann


Freie Christliche Schule Frankfurt am Main

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