AUSFLÜGE

Februar 2010

„Wer im Glashaus sitzt...“
Der Musik-Grundkurs der 13. Jahrgangsstufe bei FFH


... , sollte nicht mit Steinen werfen“, lautet ein Sprichwort, und das tut FFH in seinem gläsernen Funkhaus auch nicht, nicht einmal verbal. Denn wer FFH kennt, und das trifft auf so ziemlich jeden zu, der weiß, dass dieser Sender eher für Friede, Freud’ und Sonnenschein zu haben ist. Vor allem letzteres. Schlechtes Wetter gibt es hier quasi nicht. Gut, dass der Besuch des Musik-GK der 13. Klasse an einem grauen Tag stattfand und wir endlich herausfinden konnten, was das Geheimnis dieser immer gutgelaunten Schönwettermenschen ist. Dafür begaben wir uns zum „modernsten Funkhaus Europas“, das natürlich, wie sollte es anders sein, in der Metropole des Rhein-Main-Gebietes, richtig, in Bad Vilbel steht. „Hä?“, werden Sie nun denken. „Was ist daran so selbstverständlich?“. Na, ganz einfach: FFH ist, glaubt man den FFH-Jingles, überall die Größten, und da wird Bad Vilbel auch ganz schnell mal zur Metropole. Nach so einem langen Vorwort folgt nun ein kurzer, dafür aber gutgelaunter Bericht über unsere Erfahrungen im Sonnenscheinhaus. Sollte sich das ein oder andere etwas zu enthusiastisch anhören, so bitte ich dies zu entschuldigen. Es muss an der Atmosphäre gelegen haben.

Nachdem wir die Hochhäuserschluchten Bad Vilbels hinter uns gelassen hatten und das gigantische Foyer des Funkhauses betraten, wurden wir sogleich in den Besucherraum geführt, wo wir zusammen mit den anderen Teilnehmern dem Vortrag einer Mitarbeiterin über Größe und Bedeutung des Senders lauschten. Da dort alles aus Glas ist, war es uns möglich, die Moderatoren live bei ihrer Arbeit zu beobachten. Wir kamen also dem Geheimnis der Sonnenscheinmenschen immer näher, die sowohl bei FFH als auch bei „Planet Radio“ für gutes Wetter sorgen. Allerdings blieb es nicht nur beim Beobachten, sondern als Nächstes betraten wir das Ersatzstudio des Funkhauses. Bei den Studios handelt es sich übrigens um sogenannte „Selbstfahrerstudios“. Das sind Studios, in denen der Moderator vom Moderieren über das Einspielen diverser Jingles und Lieder bis hin zum Vorlesen der Staumeldungen alles von eigener Hand macht. Die zu spielende Musik sucht die Musikredaktion aus, die Staumeldungen stellt die Verkehrsredaktion zusammen, und alles ist sekundengenau berechnet. Dabei richtet sich die gespielte Musik nach dem Geschmack der Hörer. Es werden also regelmäßig Hörer angerufen und Musik vorgespielt. Was gefällt, wird ins Programm aufgenommen. Dabei kann FFH aus einem reichen Sortiment mit mehr als 50.000 Liedern auswählen. Gespielt wird aber immer nur eine Liste von rund tausend Liedern. Genug nüchterne Information damit. Es wird Zeit für ein wenig Sonnenschein. Passenderweise begegneten wir dem Moderator Felix Moese, der seinen Schreibtisch - na?! - unter einem Sonnenschirm hat. Außerdem war es uns möglich, die Redakteure bei ihrer Arbeit zu beobachten, und das sah sehr entspannt aus, so ungefähr wie auf Hawaii, nur eben in Bad Vilbel.

Damit neigte sich unser Besuch zum Thema Musikproduktion und Musikbusiness dem Ende entgegen, und wir verließen die Insel der immer scheinenden Sonne, um in unseren grauen Alltag zurückzukehren. Als die ersten Regentropfen auf uns herabfielen und sich der graue Himmel über unseren Köpfen erstreckte, bereuten wir es, schon wieder gegangen zu sein. Zu Hause werde ich einen Sonnenschirm an meinem Schreibtisch aufstellen. Ganz gleich, was die anderen sagen, es hilft.
Robert Zieringer, Jgst. 13


Freie Christliche Schule Frankfurt am Main

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