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Rüsselheim, den 05. Oktober 2009
8:45 Uhr: Am Bahnhof bildet sich eine kleine Gruppe von Menschen.
8:51 Uhr: Wie von einem Magnet angezogen treffen immer mehr junge Menschen im Alter von 17 bis
19 Jahren ein. Vermutlich Schüler. Einige lachen, manche gähnen.
8:55 Uhr: Eine gerade eingefahrene S-Bahn spuckt einen ganzen Pulk von Schülern auf das Gleis.
Was ist hier los? Warum sind diese Schüler nicht im Unterricht? Tja, die Antwort ist ganz einfach:
Die Schüler der Oberstufe der Freien Christlichen Schule Frankfurt hatten das große Glück, die Woche
mit einem Theaterstück zu beginnen.
Unsere Lehrer waren scheinbar der
Meinung, dass wir endlich den Ernst des
Lebens kennen lernen sollten. Das könnte
man zumindest denken, wenn man den
Titel des englischen Theaterstücks hört:
The Importance of Being Earnest.
Wenn man dann noch hört, dass das Theaterstück
über hundert Jahre alt ist, greift
man sich als Schüler an den Kopf und
fragt sich, warum man sich denn so etwas
anschauen soll.
Wir wurden allerdings sehr überrascht!
Denn das Theaterstück war wirklich
unterhaltsam und machte seiner Bezeichnung
als „Komödie“ alle Ehre. Wir haben
wirlich viel gelacht, auch wenn es manchmal
nur die Englischlehrer waren. :-)
Denn obwohl die Sprache insgesamt gut
zu verstehen und das Niveau angemessen war,
blieben doch manche Wortwitze den Englischlehrern
vorbehalten.
Inhaltlich ging darum, dass zwei Männer, einer
aus der Stadt und einer vom Land, ein Doppelleben
führen. Als Ausrede erfindet der eine einen
Bruder namens Earnest, der andere einen imaginären
kranken Freund. Beide verlieben sich in
Damen, die der Meinung sind, nur einen Mann
mit dem Namen „Earnest“ heiraten zu wollen
(deshalb auch der Titel des Stücks). Die Männer
taumeln von einer brisanten Situation in die
nächste und die Geschichten kreuzen sich immer
wieder in kurioser Art und Weise.
Dem Autor Oscar Wilde ist mit diesem Stück ein
gesellschaftskritisches und gleichzeitig sehr unterhaltsames
Stück gelungen, das wir uns gerne
angeguckt haben. Und ganz nebenbei konnten
wir auch noch unsere Englischkenntnisse aufbessern.
Ob wir bei so einem lustigen Theaterstück
allerdings den Ernst des Lebens kennen gelernt
haben, bezweifle ich. Naja, vielleicht sollten wir
mal Earnest fragen.
Magdalena Schneider, Jgst. 12
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