ARBEITSGEMEINSCHAFTEN

21. Mai 2011

"Die zertanzten Schuhe" - Vorhang auf, die Theater AG!


Der Schuhverschleiß ist enorm und so offensichtlich, dass der König (Theo Chameroy) herausfinden möchte, wo und mit wem seine Töchter die Nächte durchtanzen. Doch das geht nur, wenn man die ganze Nacht die Augen off en hält. Die sieben Königstöchter - die Älteste (Valerie Heckel), die Neunmalkluge (Nora Schweisfurth), dozierend und nervig, das intrigante Biest (Sarah Hetzel) mit seinen ätzenden Sprüchen, die Burschikose (Lara-Marie Ehmler), unkompliziert und fußballbegeistert, die Träumerin (Lisa Schroeter) mit schmachtend romantischen Monologen, die Dumme (Diana Pavlovic) die wenig kapiert und doch manchmal den Nagel auf den Kopf trifft und die Jüngste (Chiara Ament) - so unterschiedlich sie sind, ist ihnen doch gemeinsam, dass sie vor allem mit sich selbst beschäftigt sind und ihren Wunschträumen nachhängen. So sind die nächtlichen Tanzpartner auch nicht real, sondern ersehnte Idealbilder und Klischeeprinzen wie etwa Prinz William von England, der als Papiermaske im Tanz auftaucht, den die Königstöchter nur mit dem Spiegel als Partner tanzen. Real dagegen ist die tägliche Müdigkeit der Prinzessinnen und ihr permanentes Reden über ihren jeweiligen Traummann. Den ganzen Tag verbringen sie vor dem Spiegel (Anna Lena Gersting), der sich als kritisches Gegenüber erweist, das Geschehen für die Theaterzuschauer kenntnisreich und witzig kommentiert und schließlich auch die wirkliche Liebesgeschichte zwischen der Burschikosen und dem königlichen Gärtner (Patrick Gerke) ins Rollen bringt. Eine moderne Adaption des Grimmschen Märchens „Die zertanzten Schule“ hatten sich die Akteure der Theater- AG vorgenommen. Die Rollen waren überzeugend besetzt und in der sehr unterhaltsamen Darstellung der Prinzessinnen fühlte sich der Zuschauer an manchen Stellen ertappt und in seinem eigenen Klischeedenken entlarvt. Nicht nur optisch brillant im wahrsten Sinne des Wortes war der „menschliche“ Spiegel. Faszinierend, wie die Theater- AG mit einfachen Mitteln - sehr gute Kostüme und Requisiten, Licht und Ton - den Saal der FeG Frankfurt zum Erlebnis machte. Beide Aufführungen, am 20. und 21. Mai, waren gut besucht und die Zuschauer applaudierten lange und anhaltend den beiden Regisseurinnen Frau Andrea Görlich und Frau Mengia Caprez mit ihrer Theater-Truppe.



Freie Christliche Schule Frankfurt am Main

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