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Der Schuhverschleiß ist enorm und so
offensichtlich, dass der König (Theo
Chameroy) herausfinden möchte, wo
und mit wem seine Töchter die Nächte
durchtanzen. Doch das geht nur, wenn
man die ganze Nacht die Augen off en
hält. Die sieben Königstöchter - die Älteste
(Valerie Heckel), die Neunmalkluge (Nora
Schweisfurth), dozierend und nervig, das
intrigante Biest (Sarah Hetzel) mit seinen
ätzenden Sprüchen, die Burschikose
(Lara-Marie Ehmler), unkompliziert und
fußballbegeistert, die Träumerin (Lisa
Schroeter) mit schmachtend romantischen
Monologen, die Dumme (Diana Pavlovic)
die wenig kapiert und doch manchmal den
Nagel auf den Kopf trifft und die Jüngste
(Chiara Ament) - so unterschiedlich sie
sind, ist ihnen doch gemeinsam, dass sie
vor allem mit sich selbst beschäftigt sind
und ihren Wunschträumen nachhängen.
So sind die nächtlichen Tanzpartner auch
nicht real, sondern ersehnte Idealbilder
und Klischeeprinzen wie etwa Prinz
William von England, der als Papiermaske
im Tanz auftaucht, den die Königstöchter
nur mit dem Spiegel als Partner tanzen.
Real dagegen ist die tägliche Müdigkeit
der Prinzessinnen und ihr permanentes
Reden über ihren jeweiligen Traummann.
Den ganzen Tag verbringen sie vor dem
Spiegel (Anna Lena Gersting), der sich
als kritisches Gegenüber erweist, das
Geschehen für die Theaterzuschauer
kenntnisreich und witzig kommentiert
und schließlich auch die wirkliche
Liebesgeschichte zwischen der
Burschikosen und dem königlichen
Gärtner (Patrick Gerke) ins Rollen bringt.
Eine moderne Adaption des Grimmschen
Märchens „Die zertanzten Schule“
hatten sich die Akteure der Theater-
AG vorgenommen. Die Rollen waren
überzeugend besetzt und in der
sehr unterhaltsamen Darstellung der
Prinzessinnen fühlte sich der Zuschauer
an manchen Stellen ertappt und in
seinem eigenen Klischeedenken entlarvt.
Nicht nur optisch brillant im wahrsten
Sinne des Wortes war der „menschliche“
Spiegel. Faszinierend, wie die Theater-
AG mit einfachen Mitteln - sehr gute
Kostüme und Requisiten, Licht und
Ton - den Saal der FeG Frankfurt zum
Erlebnis machte. Beide Aufführungen, am
20. und 21. Mai, waren gut besucht und
die Zuschauer applaudierten lange und
anhaltend den beiden Regisseurinnen
Frau Andrea Görlich und Frau Mengia
Caprez mit ihrer Theater-Truppe.
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