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„Schreibt ein WM-Musical, führt es auf
und dreht einen Film!“, lautete die Projektaufforderung
an unsere 510 Schülerinnen
und Schüler im September 2005. Über
120 Anmeldungen kamen zurück und so
entstanden viele Arbeitsgemeinschaften:
• Text- und Drehbuch-AG
• Schauspiel-AG
• Choreographie-AG
• Instrumental-AG
• Kulissenbau-AG
• Bühnentechnik-AG
• Film- und Ton-AG
Auch der Unterstufen- und der Gospelchor
wurden in das Projekt eingebunden.
Klasse auch, dass alle Altersstufen von
Jahrgangsstufe 3 – 13 beteiligt waren.
Von Anfang an war klar, dass in der Kürze
der Zeit alle AGs Hand in Hand arbeiten
und Ideen einbringen mussten. Mit dem
Einsendeschluss am 15.Dezember 2005
konnte man den Zeitdruck förmlich
spüren. Auf dem Anmeldeformular für
unsere AGs konnten alle Schülerinnen
und Schüler ihre Interessen, Talente und
Ideen einbringen und so entstand eine
spannende Zeit der Ausgestaltung.
DAS DREHBUCH
Wichtigste Arbeitsgemeinschaft in den
ersten Projekttagen war natürlich die
Text- und Drehbuch-AG. Unter
der behutsamen Anleitung unseres
Deutschlehrers Timm Wallrauch musste
eine Geschichte für das „WM-Musical“
geschrieben werden. Sie sollte etwas mit
dem Thema Fußball, Freunde, Abenteuer
zu tun haben. Es war richtig spannend,
als die unterschiedlichsten Ideen und
Vorstellungen zusammengetragen wurden.
Die größte Kunst bestand darin, aus den
unglaublich kreativen Vorstellungen
eine Geschichte zu formen, in der sich
alle wiederfinden konnten. Im Laufe der
folgenden Wochen wurde die Geschichte
immer wieder verändert und ergänzt. Kulissenbau,
Schauspiel-AG, Choreographie
brachten regelmäßig gute Änderungswünsche
ein. Zunächst bestand die Aufgabe
der Text- und Drehbuch-AG aber darin,
aus der Geschichte Rollen für die Schauspieler
zu entwickeln und Charaktere
zu schaffen. Bei der Projektanmeldung
waren die Schülerinnen und Schüler aufgefordert,
besondere Talente zu nennen,
die ebenfalls in die Geschichte eingebaut
werden sollten. War das Einbringen von
Ballettschülerinnen in den Handlungsablauf
noch gut denkbar, wer erinnert sich
nicht an das legendäre Fußballballett, so
forderte unsere Eiskunstläuferin in einer
Fußballgeschichte schon höchste Kreativität
von unseren Textern und schließlich
symbolisierte sie einen Wüstensturm auf
Rollschuhen.
Zum Schluss wurde das Projekt zwar kein
echtes Musical, eher ein Theaterstück
mit musikalischen Anteilen, man könnte
es „Theatical“ nennen. Jedenfalls haben
unsere Schüler das Sprichwort „viele
Köche verderben den Brei“ eindrucksvoll
widerlegt. „V.I.B. - Very Important Balls“
ist klasse geworden, nicht nur Kreisklasse
sondern Weltmeisterklasse.
DIE DARSTELLER
Parallel zur letzten Ausgestaltung der
Rollen und Texte gingen die Kreativabteilungen
„Schauspiel-AG“ und „Choreographie-
AG“ ins „Trainingslager“. Die Rollen
mussten verteilt, eingeübt und interpretiert
werden. Eine Choreographie für unterschiedliche
Passagen des WM-Musicals
war erst einmal zu entwickeln, bevor sie
einstudiert werden konnte. Unter Leitung
unserer Lehrerinnen Andrea Görlich und
Mengia Caprez entstanden Tanzeinlagen,
Ausdrucktänze, Balletteinlagen und akrobatische
Elemente. Den Schülerinnen und
Schülern dieser Arbeitsgruppen konnte
man übrigens häufig genug auch noch
spät abends in der Schule begegnen. Man
vermutet, dass manche auch noch nachts
zum Proben zusammenkamen.
DIE MUSIK
Fußball ohne das „Liedgut der Fans“
– nicht denkbar. Auch unser Projekt
war ohne Musik nicht denkbar. Die
musikalische Abteilung wurde gestaltet
von einem Flötenensemble, das aus dem
Schulorchester ausgekoppelt wurde,
dem Gospelchor, dem Unterstufenchor
und einer Trommelcombo. Unter der
Leitung von Frau Christina Keim und
Frau Christina Weidmann studierten die
Flötistinnen wunderschöne Melodien ein.
Der Unterstufenchor stellte die Wichtel in
der Fußballwerkstatt und die Fans beim
großen Endspiel dar. Auch die La Ola trainierten
sie mit ihren Chorleiterinnen Frau
Andrea Görlich und Frau Christina Keim.
Für den Gospelchor trat unsere ehemalige
Musiklehrerin Frau Sirpa Vouri für kurze
Zeit aus dem Erziehungsurlaub in den aktiven
Chordienst ein. Zwei Schüler unserer
Schule brachten die halbe Familie zum
Trommeln mit. Ein besonderes Highlight
stellt das Saxophon-Solo von Jürgen
Weiß, dem Vater von Clara (6G) dar.
KULISSEN UND REQUISITEN
In der Arbeitsgemeinschaft Kulissenbau
stellte Herr Siegmar Rehorn mit einer
Schülergruppe die benötigten Gegenstände
für das Theatical her. Beammaschinen,
Luftpumpe, Lederstanze, verbeamte Fußbälle,
Bücherregale, Fußballmützen, überdimensionale
Scheren und Nadeln und
viele andere Utensilien fanden den Weg
vom Werkraum auf die Bühne. An den
Drehtagen wurden die Kulissen aufgebaut
und zwischen den Szenen auch umgebaut.
Manche Schülerinnen und Schüler betätigten
sich auch als „Klappenmann“ oder
„Klappenfrau“.
Einige Mütter nähten fleißig Kostüme für
die Katzen, die Fußbälle und die Wichtel.
Frau Lesch und Frau Ulrich waren
zudem an beiden Drehtagen mit dem
„Zurechtmachen“ der Schauspielerinnen
und Schauspieler beschäftigt. Christina
Hetzel, eine ehemalige Schülerin,
unterstützte die beiden Mütter mit einer
Schülergruppe beim Schminken. Eine
besondere Herausforderung stellte das
identische Schminken der Katzen an den
beiden Drehtagen dar. Deshalb wurden
die Katzen am ersten Drehtag fotografiert
und am zweiten Drehtag dann genau
nach Foto geschminkt.
BILD UND TON
Frau Birgit Bednarz übernahm spontan
mit einigen Schülerinnen und Schülern die
Beleuchtung an den Drehtagen. Verschiedene
Stimmungen mussten mit der Ausleuchtung
erzeugt werden. Sie lösten ihre
Aufgabe gut, wenn man bedenkt, dass die
Beleuchtungsutensilien unserer Schule
für ein so großes Bühnenwerk völlig
unzureichend sind. Sven Batzer bediente
die Verstärkeranlage, stellte die Mikrofone
auf und bediente das Mischpult.
Drei Digitalkameras kamen an den
beiden Drehtagen zum Einsatz, eine
zentral, eine von halblinks und eine von
halbrechts. Bedient wurden die Kameras
von unserem Administrator Herr James
Atwell, unserem Schulassistenten Herr
Dawit Yosef und unserem Schulleiter
Herr Michael Hetterich. Spannend war
die Tatsache, dass es praktisch keine
Kamerapläne für die Kameraleute gab.
Erst nach und nach konnten bei jeder
Szene mit jedem Versuch gemeinsam mit
den Schauspielerinnen und Schauspielern
zaghaft Konzepte für eine Kameraführung
entwickelt werden.
DIE RICHTIGE „LOCATION“
Eine der größten Herausforderungen des
Projektes stellte sich mit der Frage nach
dem Drehort. Die ursprünglich eingeplante
Halle stand plötzlich nicht mehr zur
Verfügung. Da unsere Schule weder über
eine Aula ausreichender Größe, noch
über eine eigene Turnhalle verfügt, waren
wir auf die Anmietung externer Räume
angewiesen. Leider stellte sich das als
scheinbar unüberwindbare Hürde heraus,
da in Frankfurt alle uns bekannten Hallen
für Weihnachtsfeiern vermietet waren.
Unter der freundlichen Vermittlung
Herrn Bimboeses stellte uns die Firma
allessachemie in Frankfurt-Fechenheim
für den 8. und 9.12.2005 ihr Kasino in unmittelbarer
Nachbarschaft zur Verfügung.
Die Firma allessachemie ermöglichte
uns dankenswerterweise auch noch, mit
unseren Schülerinnen und Schülern in
der Werkskantine Mittag zu essen. Das
war Rettung unseres Projektes in letzter
Minute.
Schon am Mittwochnachmittag konnten
wir mit den Aufbauarbeiten beginnen.
Das Kulissenbauteam unterstützt von
einigen Lehrern und unserem Hausmeister
Herrn Steffen Ulbrich musste in einigen
Stunden einen 50-60qm großen Bühnenbereich
schaffen und die Kulissen, die
auf 3m x 10m große zusammengenähte
Stoffplanen gemalt waren, anbringen.
Dazu wurde aus Kanthölzern und zwei
Rollgerüsten ein riesiges Gerüst zusammengeschraubt.
Für das Fussballballett
wurde ein Kunstrasenstück mit weißen
Linien versehen, die Mikrofone mit Mischpult
wurden aufgebaut, die Beleuchtung
installiert. Es gab viel zu tun am Vorabend
und die letzten verließen das Werksgelände
gegen 22.00 Uhr.
ZWEI TAGE VIDEO-DREH
An den beiden Drehtagen mussten
unter anderem auch logistische Probleme
bewältigt werden. So mussten stets die
richtigen Schülergruppen zum richtigen
Zeitpunkt am Drehort sein. Das Musical
wurde deshalb auch nicht chronologisch
abgedreht, sondern die Reihenfolge der
Szenen wurden so angeordnet, dass die
Schüler möglichst wenig zwischen Schule
und Drehort pendeln mussten. Auch
wurde darauf geachtet, dass keine Kulisse
zweimal aufgebaut werden musste.
Mit etwas Verspätung begannen dann
am Donnerstagmorgen die Dreharbeiten.
Obwohl manche Szenen bis zu 10 mal
wiederholt werden mussten, waren alle
Beteiligten konzentriert bei der Sache.
Von den kleinen Grundschülern über
die Mittelstufe, die Oberstufe und die
Lehrkräfte – wir waren ein echtes Team.
So hatten wir neben allem ernsten
Schauspielern unseren Spaß. Wer denkt
nicht mehr daran, als mitten in einer
stillen Szene ein Jumbo über den Drehort
hinwegdonnerte und die Aufnahmen
unterbrochen werden mussten.
Als wir am Freitagabend gegen 21.30
Uhr das Kasino besenrein verließen und
die Schlüssel am Werkstor abgaben,
freuten wir uns auch darüber, dass sich
unsere Schüler auf dem Werksgelände
vorbildlich verhalten hatten und der
Werksschutz mit uns sehr zufrieden war.
Die Drehtage am 8.12. und 9.12.2005
erbrachten 16 Stunden Filmmaterial, das
auf intensive Bearbeitung mit den nötigen
Filmschnitten und digitalen Bastelarbeiten
wartete. Projektabgabe beim Wettbewerb
Talente 2006 am 15. Dezember 2005
– wie soll das gelingen?
Unser Filmschnittteam Herr Atwell, Herr
Betschel, Herr Hetterich, Herr Rehorn
und Herr Wittmann haben knapp eine
Woche lang täglich bis tief in die Nacht
zum Teil im Schichtdienst bis 3.30 Uhr
morgens das Filmmaterial bearbeitet und
es wirklich auf die letzte Sekunde fertig
gestellt.
TEAMARBEIT
Unser Theatical „V.I.B. – Very Important
Balls” konnte nur in der Teamarbeit einer
ganzen Schule entstehen. Schüler und
Schülerinnen, Lehrer und Lehrerinnen,
Eltern und Freunde haben sich zum Teil in
erheblichem Maße engagiert, mitgearbeitet
und mitgetragen. Das Projekt war in
dieser Form nur möglich, weil wir an unserer
Schule schon seit vielen Jahren ein
gutes Vertrauensverhältnis untereinander
haben und gut zusammenarbeiten. Alle
Beteiligten waren sich einig, das Projekt
hat uns näher zusammengebracht. Bei
aller Arbeit, bei allem Stress und bei aller
Hektik haben wir eine tolle Zeit gehabt.
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