AKTIONEN

Dezember 2005

Die FCSF nimmt Teil am Kreativwettbewerb der FIFA-Fußball-WM „Talente 2006“


„Schreibt ein WM-Musical, führt es auf und dreht einen Film!“, lautete die Projektaufforderung an unsere 510 Schülerinnen und Schüler im September 2005. Über 120 Anmeldungen kamen zurück und so entstanden viele Arbeitsgemeinschaften:
• Text- und Drehbuch-AG
• Schauspiel-AG
• Choreographie-AG
• Instrumental-AG
• Kulissenbau-AG
• Bühnentechnik-AG
• Film- und Ton-AG
Auch der Unterstufen- und der Gospelchor wurden in das Projekt eingebunden. Klasse auch, dass alle Altersstufen von Jahrgangsstufe 3 – 13 beteiligt waren. Von Anfang an war klar, dass in der Kürze der Zeit alle AGs Hand in Hand arbeiten und Ideen einbringen mussten. Mit dem Einsendeschluss am 15.Dezember 2005 konnte man den Zeitdruck förmlich spüren. Auf dem Anmeldeformular für unsere AGs konnten alle Schülerinnen und Schüler ihre Interessen, Talente und Ideen einbringen und so entstand eine spannende Zeit der Ausgestaltung.

DAS DREHBUCH
Wichtigste Arbeitsgemeinschaft in den ersten Projekttagen war natürlich die Text- und Drehbuch-AG. Unter der behutsamen Anleitung unseres Deutschlehrers Timm Wallrauch musste eine Geschichte für das „WM-Musical“ geschrieben werden. Sie sollte etwas mit dem Thema Fußball, Freunde, Abenteuer zu tun haben. Es war richtig spannend, als die unterschiedlichsten Ideen und Vorstellungen zusammengetragen wurden. Die größte Kunst bestand darin, aus den unglaublich kreativen Vorstellungen eine Geschichte zu formen, in der sich alle wiederfinden konnten. Im Laufe der folgenden Wochen wurde die Geschichte immer wieder verändert und ergänzt. Kulissenbau, Schauspiel-AG, Choreographie brachten regelmäßig gute Änderungswünsche ein. Zunächst bestand die Aufgabe der Text- und Drehbuch-AG aber darin, aus der Geschichte Rollen für die Schauspieler zu entwickeln und Charaktere zu schaffen. Bei der Projektanmeldung waren die Schülerinnen und Schüler aufgefordert, besondere Talente zu nennen, die ebenfalls in die Geschichte eingebaut werden sollten. War das Einbringen von Ballettschülerinnen in den Handlungsablauf noch gut denkbar, wer erinnert sich nicht an das legendäre Fußballballett, so forderte unsere Eiskunstläuferin in einer Fußballgeschichte schon höchste Kreativität von unseren Textern und schließlich symbolisierte sie einen Wüstensturm auf Rollschuhen.
Zum Schluss wurde das Projekt zwar kein echtes Musical, eher ein Theaterstück mit musikalischen Anteilen, man könnte es „Theatical“ nennen. Jedenfalls haben unsere Schüler das Sprichwort „viele Köche verderben den Brei“ eindrucksvoll widerlegt. „V.I.B. - Very Important Balls“ ist klasse geworden, nicht nur Kreisklasse sondern Weltmeisterklasse.

DIE DARSTELLER
Parallel zur letzten Ausgestaltung der Rollen und Texte gingen die Kreativabteilungen „Schauspiel-AG“ und „Choreographie- AG“ ins „Trainingslager“. Die Rollen mussten verteilt, eingeübt und interpretiert werden. Eine Choreographie für unterschiedliche Passagen des WM-Musicals war erst einmal zu entwickeln, bevor sie einstudiert werden konnte. Unter Leitung unserer Lehrerinnen Andrea Görlich und Mengia Caprez entstanden Tanzeinlagen, Ausdrucktänze, Balletteinlagen und akrobatische Elemente. Den Schülerinnen und Schülern dieser Arbeitsgruppen konnte man übrigens häufig genug auch noch spät abends in der Schule begegnen. Man vermutet, dass manche auch noch nachts zum Proben zusammenkamen.

DIE MUSIK
Fußball ohne das „Liedgut der Fans“ – nicht denkbar. Auch unser Projekt war ohne Musik nicht denkbar. Die musikalische Abteilung wurde gestaltet von einem Flötenensemble, das aus dem Schulorchester ausgekoppelt wurde, dem Gospelchor, dem Unterstufenchor und einer Trommelcombo. Unter der Leitung von Frau Christina Keim und Frau Christina Weidmann studierten die Flötistinnen wunderschöne Melodien ein. Der Unterstufenchor stellte die Wichtel in der Fußballwerkstatt und die Fans beim großen Endspiel dar. Auch die La Ola trainierten sie mit ihren Chorleiterinnen Frau Andrea Görlich und Frau Christina Keim. Für den Gospelchor trat unsere ehemalige Musiklehrerin Frau Sirpa Vouri für kurze Zeit aus dem Erziehungsurlaub in den aktiven Chordienst ein. Zwei Schüler unserer Schule brachten die halbe Familie zum Trommeln mit. Ein besonderes Highlight stellt das Saxophon-Solo von Jürgen Weiß, dem Vater von Clara (6G) dar.

KULISSEN UND REQUISITEN
In der Arbeitsgemeinschaft Kulissenbau stellte Herr Siegmar Rehorn mit einer Schülergruppe die benötigten Gegenstände für das Theatical her. Beammaschinen, Luftpumpe, Lederstanze, verbeamte Fußbälle, Bücherregale, Fußballmützen, überdimensionale Scheren und Nadeln und viele andere Utensilien fanden den Weg vom Werkraum auf die Bühne. An den Drehtagen wurden die Kulissen aufgebaut und zwischen den Szenen auch umgebaut. Manche Schülerinnen und Schüler betätigten sich auch als „Klappenmann“ oder „Klappenfrau“.
Einige Mütter nähten fleißig Kostüme für die Katzen, die Fußbälle und die Wichtel. Frau Lesch und Frau Ulrich waren zudem an beiden Drehtagen mit dem „Zurechtmachen“ der Schauspielerinnen und Schauspieler beschäftigt. Christina Hetzel, eine ehemalige Schülerin, unterstützte die beiden Mütter mit einer Schülergruppe beim Schminken. Eine besondere Herausforderung stellte das identische Schminken der Katzen an den beiden Drehtagen dar. Deshalb wurden die Katzen am ersten Drehtag fotografiert und am zweiten Drehtag dann genau nach Foto geschminkt.

BILD UND TON
Frau Birgit Bednarz übernahm spontan mit einigen Schülerinnen und Schülern die Beleuchtung an den Drehtagen. Verschiedene Stimmungen mussten mit der Ausleuchtung erzeugt werden. Sie lösten ihre Aufgabe gut, wenn man bedenkt, dass die Beleuchtungsutensilien unserer Schule für ein so großes Bühnenwerk völlig unzureichend sind. Sven Batzer bediente die Verstärkeranlage, stellte die Mikrofone auf und bediente das Mischpult. Drei Digitalkameras kamen an den beiden Drehtagen zum Einsatz, eine zentral, eine von halblinks und eine von halbrechts. Bedient wurden die Kameras von unserem Administrator Herr James Atwell, unserem Schulassistenten Herr Dawit Yosef und unserem Schulleiter Herr Michael Hetterich. Spannend war die Tatsache, dass es praktisch keine Kamerapläne für die Kameraleute gab. Erst nach und nach konnten bei jeder Szene mit jedem Versuch gemeinsam mit den Schauspielerinnen und Schauspielern zaghaft Konzepte für eine Kameraführung entwickelt werden.

DIE RICHTIGE „LOCATION“
Eine der größten Herausforderungen des Projektes stellte sich mit der Frage nach dem Drehort. Die ursprünglich eingeplante Halle stand plötzlich nicht mehr zur Verfügung. Da unsere Schule weder über eine Aula ausreichender Größe, noch über eine eigene Turnhalle verfügt, waren wir auf die Anmietung externer Räume angewiesen. Leider stellte sich das als scheinbar unüberwindbare Hürde heraus, da in Frankfurt alle uns bekannten Hallen für Weihnachtsfeiern vermietet waren. Unter der freundlichen Vermittlung Herrn Bimboeses stellte uns die Firma allessachemie in Frankfurt-Fechenheim für den 8. und 9.12.2005 ihr Kasino in unmittelbarer Nachbarschaft zur Verfügung.
Die Firma allessachemie ermöglichte uns dankenswerterweise auch noch, mit unseren Schülerinnen und Schülern in der Werkskantine Mittag zu essen. Das war Rettung unseres Projektes in letzter Minute.
Schon am Mittwochnachmittag konnten wir mit den Aufbauarbeiten beginnen. Das Kulissenbauteam unterstützt von einigen Lehrern und unserem Hausmeister Herrn Steffen Ulbrich musste in einigen Stunden einen 50-60qm großen Bühnenbereich schaffen und die Kulissen, die auf 3m x 10m große zusammengenähte Stoffplanen gemalt waren, anbringen. Dazu wurde aus Kanthölzern und zwei Rollgerüsten ein riesiges Gerüst zusammengeschraubt. Für das Fussballballett wurde ein Kunstrasenstück mit weißen Linien versehen, die Mikrofone mit Mischpult wurden aufgebaut, die Beleuchtung installiert. Es gab viel zu tun am Vorabend und die letzten verließen das Werksgelände gegen 22.00 Uhr.

ZWEI TAGE VIDEO-DREH
An den beiden Drehtagen mussten unter anderem auch logistische Probleme bewältigt werden. So mussten stets die richtigen Schülergruppen zum richtigen Zeitpunkt am Drehort sein. Das Musical wurde deshalb auch nicht chronologisch abgedreht, sondern die Reihenfolge der Szenen wurden so angeordnet, dass die Schüler möglichst wenig zwischen Schule und Drehort pendeln mussten. Auch wurde darauf geachtet, dass keine Kulisse zweimal aufgebaut werden musste. Mit etwas Verspätung begannen dann am Donnerstagmorgen die Dreharbeiten. Obwohl manche Szenen bis zu 10 mal wiederholt werden mussten, waren alle Beteiligten konzentriert bei der Sache. Von den kleinen Grundschülern über die Mittelstufe, die Oberstufe und die Lehrkräfte – wir waren ein echtes Team. So hatten wir neben allem ernsten Schauspielern unseren Spaß. Wer denkt nicht mehr daran, als mitten in einer stillen Szene ein Jumbo über den Drehort hinwegdonnerte und die Aufnahmen unterbrochen werden mussten. Als wir am Freitagabend gegen 21.30 Uhr das Kasino besenrein verließen und die Schlüssel am Werkstor abgaben, freuten wir uns auch darüber, dass sich unsere Schüler auf dem Werksgelände vorbildlich verhalten hatten und der Werksschutz mit uns sehr zufrieden war. Die Drehtage am 8.12. und 9.12.2005 erbrachten 16 Stunden Filmmaterial, das auf intensive Bearbeitung mit den nötigen Filmschnitten und digitalen Bastelarbeiten wartete. Projektabgabe beim Wettbewerb Talente 2006 am 15. Dezember 2005 – wie soll das gelingen?
Unser Filmschnittteam Herr Atwell, Herr Betschel, Herr Hetterich, Herr Rehorn und Herr Wittmann haben knapp eine Woche lang täglich bis tief in die Nacht zum Teil im Schichtdienst bis 3.30 Uhr morgens das Filmmaterial bearbeitet und es wirklich auf die letzte Sekunde fertig gestellt.

TEAMARBEIT
Unser Theatical „V.I.B. – Very Important Balls” konnte nur in der Teamarbeit einer ganzen Schule entstehen. Schüler und Schülerinnen, Lehrer und Lehrerinnen, Eltern und Freunde haben sich zum Teil in erheblichem Maße engagiert, mitgearbeitet und mitgetragen. Das Projekt war in dieser Form nur möglich, weil wir an unserer Schule schon seit vielen Jahren ein gutes Vertrauensverhältnis untereinander haben und gut zusammenarbeiten. Alle Beteiligten waren sich einig, das Projekt hat uns näher zusammengebracht. Bei aller Arbeit, bei allem Stress und bei aller Hektik haben wir eine tolle Zeit gehabt.


Freie Christliche Schule Frankfurt am Main

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