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Unangefochtenes Highlight des Sommers war der Schüleraustausch mit Schülern der Whitney
High School in Texas. Als wir uns am 8. Juni am Frankfurter Flughafen trafen, um „unsere“
Amerikaner zum ersten Mal zu begrüßen, waren wir alle neugierig, aufgeregt und auch ein
bisschen nervös. Zwei Wochen lagen vor uns, die wir mit den Austauschschülern verbringen
würden, und wir fragten uns, wie die Zeit werden würde. Mit selbstgebastelten Namensschildern
und Spruchbannern gewappnet bereiteten wir unseren Gästen einen unvergesslichen
Empfang und waren bald erleichtert: Trotz unseres sicher nicht ganz fehlerfreien Englischs
verstanden wir einander und so verbrachten wir noch einige Zeit gemeinsam am Flughafen, bis
jede Gastfamilie mit ihrem neuen Besucher nach Hause fuhr.
Doch schon am Abend wartete eine Überraschung auf die Amerikaner: Beim EM-Spiel Deutschland
gegen Polen wurde in dem einen oder anderen die Fußballleidenschaft geweckt, die auch
für den Rest der EM (als die Amerikaner schon längst wieder zu Hause waren) loderte.
In den kommenden zwei Wochen wartete ein wunderbar abwechslungsreiches Programm auf
die Texaner und ihre Gastgeber: Bei der Stadtführung durch Frankfurt am ersten Tag bezahlten
einige zum ersten Mal in ihrem Leben in der Währung Euro und bewunderten gleichzeitig das
Frankfurter U-Bahn-System („It’s a city under the city!“). Um einiges überschaubarer, aber
(fast) genauso schön wie Frankfurt war das Städtchen Braunfels, dem wir ebenfalls einen
Besuch abstatteten. Wir sahen uns dort unter anderem das Schloss an und lernten, dass
einer der früheren Prinzen nach Texas ausgewandert und dort ein „New Braunfels“ gegründet
hatte. Besonders die alten Ritterrüstungen weckten unser Interesse und die Frage nach einer
Folterkammer wurde mehrmals gestellt, doch leider musste der Schlossführer uns diesbezüglich
enttäuschen. Trotzdem war die Besichtigung unvergesslich, was nicht zuletzt auch an den
Schlosspantoffeln lag, die von uns nicht immer ganz fachspezifisch angewandt wurden.
Am Wochenende stand ein großer Familienausflug auf dem Programm, den jede Familie selbst
gestaltete. Die Amerikaner besuchten mit ihrer Gastfamilie unter anderem Aschaffenburg,
Heidelberg oder den Schwarzwald. Später trafen wir uns wieder mit den anderen Austauschschülern
und verbrachten den Abend in geselliger Runde.
Ohne ihre Gastgeber machten die Austauschschüler in der zweiten Woche einen Tagesausflug
inklusive Schifffahrt auf dem Rhein, von dem sie uns am Abend viel erzählten.
Viel zu schnell kam der letzte Ausflug: Ein Besuch des Hessenparks und der Saalburg mit anschließender
Abschiedsfeier. In den zwei Wochen waren viele Freundschaften entstanden und
wir alle wünschten uns, die Amerikaner würden länger bleiben.
Aber nun bleibt uns ja die Vorfreude auf unseren Besuch in Texas in den Osterferien, dem wir
alle entgegenfiebern, und e-mails und Briefe verkürzen unsere Wartezeit.
Ann-Kathrin Ruf
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