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Während der Projekttage
wurden der Klasse
10G zehn verschiedene
mathematische und
naturwissenschaftliche
Experimente angeboten.
Wie viele Kalorien stecken
in einer Nuss? Zerfällt Bierschaum wirklich exponentiell?
Wie hoch steigt der Meeresspiegel,
wenn das Eis der Antarktis schmilzt? Wie
viel Luftballons passen in eine Wohnung?
Baue eine Stofftrennmaschine! Decke ein
Minidachstuhl und erstelle den Ziegelplan!
Diese und einige weitere Aufgaben waren in
kleinen „Drei-Mann-Gruppen“ zu lösen. Auf
dieser und den vorherigen Seiten haben wir
einige Fotoimpressionen aus den Projekttagen
zusammengestellt.
Eine Fermi-Aufgabe
Um die neuen Anforderungen an Schule mit
einem Beispiel zu illustrieren, sei an dieser
Stelle eine Fermi-Aufgabe vorgestellt. Enrico
Fermi wurde 1901 in Rom geboren und
gehört zu den bedeutenden Kernphysikern
des 20. Jahrhunderts, ihm wurde 1938 der
Nobelpreis verliehen. Er fragte eines Tages
seine Studenten an der Universität: „Wie viele
Klavierstimmer gibt es in Chicago?“ In abgewandelter
Form, nämlich wie viele Klavierstimmer
es in Berlin wohl
gibt, wurde diese Aufgabe
den Schülerinnen
und Schülern der Klasse
10G im Mathematikunterricht
gestellt. Zunächst
glaubten alle an einen
Scherz. Als Herr Hetterich
aber beharrlich entgegnete, dass es sich um
keinen Witz handeln und er eine qualifizierte
Antwort erwarten würde, begannen die
Gruppen das gemeinsame Nachdenken. Nur
zögerlich und immer
wieder im Zweifel, ob
das alles ernst gemeint
sei, stellten sie Überlegungen
an. Wie viele
Einwohner hat Berlin?
Wie viel Prozent der
Haushalte besitzen
ein Klavier? Wie viele
Personen gehören im
Durchschnitt zu einem
Haushalt? In welchen
Zeitabständen muss ein
Klavier gestimmt werden? Wie lange benötigt
ein Klavierstimmer zum Stimmen eines
Klaviers? Wie viele Tage im Jahr ist er unterwegs?
Wie sind die Anfahrtswege? Was verdient
er? Wie viele Klaviere muss er stimmen,
um seinen Unterhalt zu verdienen?
Man kann
tatsächlich zu vernünftigen Abschätzungen
kommen. Und das war genau Fermis Ziel.
Die Studenten sollten mit möglichst wenig
Aufwand, gute Näherungswerte und damit
Vorstellungen gewinnen.
Aufgabenstellungen mit mathematischen
Hilfsmitteln kreativ lösen lernen, ist eine der
wichtigsten Zielsetzungen des Mathematikunterrichts
und es besteht in Deutschland
laut PISA-Studie gehöriger Nachholbedarf.
Die einzelnen Gruppen der 10G kamen übrigens
auf Ergebnisse zwischen 20 und 100
Klavierstimmer in Berlin.
Was meint ihr?
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