AKTIONEN

16.-18. Februar 2009

Die 10G und die mathematisch-naturwissenschaftlichen Projekte


Während der Projekttage wurden der Klasse 10G zehn verschiedene mathematische und naturwissenschaftliche Experimente angeboten. Wie viele Kalorien stecken in einer Nuss? Zerfällt Bierschaum wirklich exponentiell? Wie hoch steigt der Meeresspiegel, wenn das Eis der Antarktis schmilzt? Wie viel Luftballons passen in eine Wohnung? Baue eine Stofftrennmaschine! Decke ein Minidachstuhl und erstelle den Ziegelplan! Diese und einige weitere Aufgaben waren in kleinen „Drei-Mann-Gruppen“ zu lösen. Auf dieser und den vorherigen Seiten haben wir einige Fotoimpressionen aus den Projekttagen zusammengestellt.

Eine Fermi-Aufgabe

Um die neuen Anforderungen an Schule mit einem Beispiel zu illustrieren, sei an dieser Stelle eine Fermi-Aufgabe vorgestellt. Enrico Fermi wurde 1901 in Rom geboren und gehört zu den bedeutenden Kernphysikern des 20. Jahrhunderts, ihm wurde 1938 der Nobelpreis verliehen. Er fragte eines Tages seine Studenten an der Universität: „Wie viele Klavierstimmer gibt es in Chicago?“ In abgewandelter Form, nämlich wie viele Klavierstimmer es in Berlin wohl gibt, wurde diese Aufgabe den Schülerinnen und Schülern der Klasse 10G im Mathematikunterricht gestellt. Zunächst glaubten alle an einen Scherz. Als Herr Hetterich aber beharrlich entgegnete, dass es sich um keinen Witz handeln und er eine qualifizierte Antwort erwarten würde, begannen die Gruppen das gemeinsame Nachdenken. Nur zögerlich und immer wieder im Zweifel, ob das alles ernst gemeint sei, stellten sie Überlegungen an. Wie viele Einwohner hat Berlin? Wie viel Prozent der Haushalte besitzen ein Klavier? Wie viele Personen gehören im Durchschnitt zu einem Haushalt? In welchen Zeitabständen muss ein Klavier gestimmt werden? Wie lange benötigt ein Klavierstimmer zum Stimmen eines Klaviers? Wie viele Tage im Jahr ist er unterwegs? Wie sind die Anfahrtswege? Was verdient er? Wie viele Klaviere muss er stimmen, um seinen Unterhalt zu verdienen?

Man kann tatsächlich zu vernünftigen Abschätzungen kommen. Und das war genau Fermis Ziel. Die Studenten sollten mit möglichst wenig Aufwand, gute Näherungswerte und damit Vorstellungen gewinnen. Aufgabenstellungen mit mathematischen Hilfsmitteln kreativ lösen lernen, ist eine der wichtigsten Zielsetzungen des Mathematikunterrichts und es besteht in Deutschland laut PISA-Studie gehöriger Nachholbedarf. Die einzelnen Gruppen der 10G kamen übrigens auf Ergebnisse zwischen 20 und 100 Klavierstimmer in Berlin. Was meint ihr?


Freie Christliche Schule Frankfurt am Main

Startseite | Kontakt | Impressum

Integrated-Solutions.de