| |
Eine Projektwoche als Abschluss eines Schuljahres ist immer eine gute Sache. Da können die Schüler fern dem Notendruck -
fast aus freien Stücken – in einer entspannten, aber arbeitsamen Atmosphäre sich ihren Interessen und Neigungen hingeben.
Nur hier und da muss ein lautes Wort erklingen, wenn die Begeisterung überhand nimmt bzw. der Drang zum „Chillen1“den einen
oder die andere doch übermannt.
Und wer nicht das Projekt erhielt, das er sich am meisten gewünscht hatte oder vielleicht in einem gelandet war,
das seiner Begabung nicht entsprach - der Zyniker würde sagen: Wie im echten Leben -, für den galt auch: Es waren nur
15 Stunden, die er über sich ergehen lassen musste, mit den Ferien als Belohnung. Und vielleicht entdeckte er sogar
dabei eine neue, bisher verborgene Leidenschaft !
Eine Projektwoche als Abschluss ist auch aus der Sicht des „Projektleiters“ eine schöne Sache. Wessen Lehrerherz
geht bei der Ansicht der fröhlichen und entspannten Schüler, des bunten Treibens, das die Schulgemäuer erfüllt, der
fröhlichen Stimmung, die allerorts herrscht, nicht auf?
Wie jedes Jahr glänzte diese Projektwoche durch ein ansehnliches Angebot:
Wer fleißige Schüler sehen wollte, der brauchte sich nur im Schulgebäude umschauen. Da wurde ein
Klassenraum renoviert und mit Farben so enthusiastisch um sich geworfen, dass Schüler und Wände
nicht mehr voneinander zu unterscheiden waren und dies mit einer Begeisterung, die das Pausenblinken
untergehen ließ. Dort wurden die künftigen Star-Fußballerinnen dem launigen Wetter zum Trotz trainiert
und wenn durchnässte Schülerinnen noch strahlen können, ist es ein gutes Zeichen. Hier verwendeten andere
ihre gebündelte Energie dazu, hochkonzentriert nach einem mysteriösen Plan Holzfiguren auf einem schwarz-weiß
karierten Brett hin und her zu schieben - für den König und sein Königreich. Woanders wendete man sich dem
genussvollen Leben zu: Die einen lernten die Vorzüge der gesunden Ernährung kennen, die anderen erfuhren wie
das Korn zu Brot wird und manch einer wunderte sich, dass, um Brot und Pizza zu backen, nicht nur Wasser, Mehl
und italienische Kräuter nötig sind, sondern auch viel Disziplin, Teamgeist, Liebe zur Arbeit und nicht zuletzt
Sauberkeit. Wer eher bei den schönen Künsten zu Hause war, brachte sich und sein Instrument im Chor ein, konnte
sich auf den Brettern, die die Welt bedeuten, auf Latein austoben, oder darüber grübeln wie angelsächsische Profis
ihre Filme konzipiert haben. Dieser kurze Überblick kann der Vielfalt der Arbeitsgruppen nicht gerecht werden,
die hier unberücksichtigt, aber nicht unbeachtet gelassen wurden und sicherlich eine würdige Erwähnung verdient
hätten und ohne welche das Bild nicht vollständig gewesen wäre. Wichtiger ist, dass an allen Stellen Motivation,
zielgerichtetes Arbeiten und Spaß die treibenden Kräfte waren.
Also : „Wer fleißige Schüler sehen will, der muss zu uns hergehn.“
Das Schulfest als glanzvoller Abschluss hat niemanden enttäuscht. Mit seiner bunten Palette spiegelte es die Vielfalt
der vergangenen Woche wider. Eltern, Verwandte und Freunde konnten staunen, wozu Schüler fähig sind, wenn sie nur den
nötigen Einsatz aufbringen: Durch alle Räume hindurch drang der lautstarke Klang der Künstler auf der Bühne, der sich
mit dem Lachen der Kinder in der Hüpfburg vermischte. Die Gerüche der verschiedenen Kochkünste erfüllten die Stockwerke
und den Hof und phantasievolle Plakate bezeugten, dass in dieser knappen Woche Großes geleistet wurde. Aller Vorhersagen
zum Trotz bezeugte ein strahlender Himmel, dass der Schöpfer selbst sich für das gute Gelingen einsetzte.
|